URSACHEN
Es ist klar, dass bei völlig veränder-
ten Futter- und Haltungsbedingungen
aber gleich gebliebener physischer
Veranlagung ein Ungleichgewicht
was die Nutzung der Zähne betrifft
entstehen muss: Fettes Gras, weiches
Heu, Silage und besonders harte
Körner erfordern einen veränderten
Kauausschlag des Kiefers.
Jährlich schieben die Pferdezähne 2 -
4 mm aus den Zahnfächern heraus.
Backenzähne werden aber oftmals
nur teilweise abgenutzt, es entstehen
scharfe Kanten, Rampen und Haken.
Stehen die Schneidezähne ungünstig,
kann es auch dort durch Überlänge
oder Ungleichheit zu Problemen
kommen, die sich außerdem
erschwerend auf die gesamte
Kaumechanik auswirken kann. Folge
ist eine schmerzhafte Überbelastung
des Kiefergelenks sowie eine
zunehmende Blockierung des
Kaumechanismus.
Bei jüngeren Pferden können
Probleme beim Zahnwechsel auftre-
ten. Nicht abgestoßene Milchzahn-
kappen verhindern das Herauss-
chieben des neuen Zahnes, der sich
einen anderen Weg im Kiefer sucht.
Es können entzündliche Knoche-
nauftreibungen im Kieferbereich
entstehen; eitriger Ausfluss kann die
die Folge sein. Hat der gegenüberste-
hende Zahn (Antagonist) diese
Probleme nicht, kann er sich unge-
hindert immer weiter aus dem Zahn-
fach schieben, bis er schließlich zu
spät aufgehalten wird. Nicht selten
hat er sich dann schon über seine
Zahnreihe hinausgeschoben; Wellen
und Stufen entstehen auf der
Kaufläche, die dem Pferd das
optimale zerkleinern des Futters
erschweren. Zahnprobleme können
auch genetische Ursachen haben.
Überbiss, Unterbiss oder veränderte
Zahnreihen haben ihre Ursache nicht
selten in unreinen Zuchtlinien.
Solche Pferde sind in jedem Fall auf
halbjährliche Korrekturen des
Dentisten angewiesen.
URSACHEN VON ZAHNPROBLEMEN
Offene und entzündete Schleimhaut durch scharfe Haken
Starke Paradontose mit Zahnstein, unregelmäßigen
Schneidezähnen und schmerzhaften Entzündungen am
Zahnhalteapparat. Mangelhafte Zahnkontrolle!
Meißelzahn Oberkiefer, 18 j. Warmblut
Lange Jahre versäumte Zahnkontrolle!
Gut sichtbar die Zahnanlage, die beständig 2-4 mm im
Jahr aus dem Kiefer schieben, bis sie mit 20-30 Jahren
aufgebraucht sind.